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Fasten

Wir leben in einer Zeit, in der wir es gewohnt sind, alles schnellst möglichst zu bekommen. Amazon Prime ermöglicht uns schon am nächsten Tag unsere gewünschten Artikel im Haus zu haben, eigentlich sind die Erfüllungen vieler Wünsche nur einen Klick entfernt. Doch es gibt Dinge, die man nicht auf Knopfdruck bestellen kann, aber wir haben es verlernt, dafür einzustehen, sich Zeit zu nehmen, um etwas zu kämpfen. So kommen wir als Christen in unserem Alltag und unserem Gebetsleben immer wieder an Punkte, an denen wir uns fragen, warum Gott nicht antwortet. Hört er uns nicht? Es gibt kein Patentrezept, genau das zu erhalten, was man sich von Gott wünscht. Aber es gibt Wege, wie man in Fragen und Situationen Durchbrüche erzielen kann. Denn Gott geht es vor allem darum, dass wir in der Beziehung zu ihm wachsen.

Fasten ist ein Weg,

  • der uns in eine tiefere Beziehung mit Gott hineinführt,

  • uns für Gottes Reden sensibilisiert und

  • die Gemeinschaft zu ihm stärkt.

Fasten ist ein Teil vom Christsein, der nicht allein für sich als einzige Lösung steht, um die Antwort auf alle Fragen und Gebete zu erhalten, sondern Fasten sollte ein natürlicher Teil des Lebens mit Gott sein.

Die Bibel stellt uns diese Lebenshaltung vor.

Schon im Alten Testament gibt es bekannte Charaktere, die gefastet haben. Die Umstände waren nicht die gleichen, aber im Kern sehnten sie sich alle nach einer Begegnung mit Gott.  Denn wenn wir Gott in Jesus und durch den Heiligen Geist begegnen, bleibt das niemals ohne Auswirkungen.

Nehmen wir zum Beispiel Esther, die ein dreitägiges Fasten unter den Juden ausruft, als Vorbereitung für ihr Anliegen bei König Xerxes (Est. 4,15-16). Sie hat ein konkretes Anliegen und bittet eine ganze Nation mit ihr dafür bei Gott einzustehen und seine Gegenwart zu suchen, weil sie weiß, was für Kräfte wirken, wenn wir unsere Sinne für Gott schärfen.

Dann ist da Daniel, der 21 Tage auf besondere Speisen vom König verzichtet und nur Gemüse und Wasser mit seinen Freunden zu sich nimmt (Dan. 9,3 und 10,3), damit sie durch das reichliche Essen nicht überfüllt uns bequem werden, sondern geschärft sind für das, was Gott ihnen sagen will. Gott stärkt ihren Körper, weil sie ihm ihre ganze Energie zur Verfügung stellen.

Im neuen Testament lesen wir, dass Jesus zu Beginn seines Wirkens 40 Tage fastet, als Vorbereitung für das, was vor ihm liegt. In Lukas 4,14 steht: „Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa; und die Kunde von ihm erscholl durch das ganze umliegende Land.“

Jesus nutzte die Zeit in der Wüste, um in enger Gemeinschaft mit Gott zu sein, um aus dieser Kraft heraus sein Wirken zu beginnen.

Jesus sprach auch in der Bergpredigt vom Fasten Mt 6,17 „Wenn du aber fastest…“

Und Er sagte, dass Seine Jünger fasten werden, wenn Er nicht mehr da ist (Mt 9,15)

Fasten kann unterschiedliche Beweggründe (Trauer, Buße, Krankheit, Gottes Willen suchen etc.) haben. Für ein ernsthaftes Fasten gibt es keine Grenzen an Gründen, aber es braucht die richtige Herzenshaltung.

Fasten – wozu?

Die Normalität unseres Lebens sieht so aus, dass unser Körper unseren Geist beherrscht.  Er zeigt uns unsere Bedürfnisse und wir sind damit beschäftigt sie zu befriedigen. Das Fasten dient dazu, dass unser Geist anfängt die Kontrolle zu übernehmen, auch über unseren Körper. Unsere geistliche Sensibilität wird erhöht, weil unser Körper nicht mehr mit der ständigen Verbrennung von Nährstoffen beschäftigt ist. Die Energie kann also anderweitig verwendet werden. Dadurch entstehen Offenheit und Sensibilität für Gottes Reden und Wirken. Das kann zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen in unserem Leben führen. Im Vordergrund steht jedoch der Wunsch nach einer Begegnung mit Gott als grundlegende Motivation.

Dabei steht Fasten vor allem auch im Zusammenhang mit Gebet. Die beiden sind untrennbar miteinander verbunden, denn in der Kommunikation mit Gott eröffnet sich die geistliche Perspektive. Es ist nicht nur eine Zeit, in der ich aufs Essen verzichte – das wäre eine Diät. Dennoch hat das Fasten natürlich auch körperliche Vorteile, denn der Verzicht auf Essen bewirkt, dass der Körper sich entgiftet. Es ist so, als würde man den Reset-Knopf drücken. Dein ganzes System kann einmal durchatmen und das hat auch Auswirkungen auf Seele und Geist.

Manche Auswirkungen vom Fasten sind schnell erkennbar und häufig sind das anfangs leider eher negative Konsequenzen, die der Essensverzicht mit sich bringt, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit etc. Da scheint der erhoffte Durchbruch manchmal ganz fern zu sein. Andere Auswirkungen von Fasten, vor allem in der geistlichen Welt, sind nicht immer sofort sichtbar, lassen sich aber meistens im Nachhinein erkennen. Auf einmal erleben wir einen Durchbruch in einem Bereich, für den wir vor drei Monaten gefastet haben.

Schauen wir uns zwei Beispiele an:
Nehemia: Er fastete und betete zu Gott für sein Volk. Danach war nicht auf einmal jedes Problem verschwunden, aber es bereitet den Weg für einen Prozess der Wiederherstellung. bei dem Nehemia Stück für Stück erlebte, wie Gott Dinge für ihn bereithielt und Wege ebnete.

Jesus. Während seiner Fastenzeit in der Wüste wurde er vom Teufel versucht. Er erlebte nicht nur Erfolge, sondern auch Herausforderungen, die ihn am Ende stärkten, vor allem für das, was vor ihm lag. Das Fasten wird Herausforderungen mit sich bringen, aber auf lange Sicht stärkt es uns.

Fasten – wie?

Es gibt unterschiedliche Formen des Fastens in der Bibel. Dabei gibt es drei gängige Arten:

  1. Absolutes Fasten: dabei wird weder Nahrung noch Trinken zu sich genommen, diese Art des Fastens ist nur max. für drei Tage möglich und erfordert Ärztliche Betreuung

  2. Normales Fasten: dabei wird kein Essen zu sich genommen, aber Getränke in Form von Wasser oder Tee

  3. Teilfasten: dabei wird bestimmtes Essen weggelassen, wie z.B. Fleisch, Zucker etc. oder ein oder mehrere Mahlzeiten am Tag

Praktische Tipps:

  • Überlege im Gebet, was und wie du fasten möchtest.

  • Fang mit kleinen Schritten an: Wenn du noch nicht geübt bist mit dem Fasten, dann steck dir kleine Ziele und steigere dich mit der Zeit.

  • Gemeinsam ist besser als einsam: Im gemeinsamen Fasten liegt eine unglaubliche Kraft, denn man kann sich gegenseitig motivieren und vor Gott kommen. Wenn du also Schwierigkeiten hast alleine diszipliniert zu bleiben, dann such dir eine Gruppe, trefft euch zum Gebet und tauscht euch aus, was Gott in euch bewegt.

  • Gute Vorbereitung ist das halbe Spiel: Gerade bei einer längeren Fastenzeit, ist es wichtig, vorher langsam die Nahrungsmenge zu reduzieren, um den Körper vorzubereiten, damit das Hungergefühl nicht so stark ist. Hilfreich kann auch ein Abführmittel sein, damit der Körper sich schneller umstellt. Literatur zum Thema Fasten ist auch sehr hilfreich, vor allem, wenn man sich auf eine längere Fastenzeit vorbereitet.

  • Gesundheit geht vor: Wenn du unter gesundheitlichen Einschränkungen (z.B. Diabetes) leidest, dann solltest du dich vorher mit deinem Arzt beraten, was möglich ist.

  • Ablenkung entgehen: Essen bzw. die Zeit, die wir in Essen investieren, kann schnell mit anderen Dingen gefüllt werden. Nutze die gewonnene Zeit wirklich, um mit Gott Beziehung zu bauen, sein Angesicht zu suchen. Manchmal ist es hilfreich für die Fastenzeit sich an einen einsamen Ort zurück zu ziehen.

  • Arbeiten und Fasten: Während einer längeren Fastenzeit zu arbeiten kann sehr herausfordernd sein. Setze dir Schwerpunkte, wie die Mittagspause zum Gebet zu nutzen und lass dich nicht entmutigen, wenn die körperlichen Kräfte weniger werden. Stattdessen konzentriere dich auf die Entscheidung, die du getroffen hast: den Geist über den Körper zustellen. Und lass Gott deine Kraftquelle sein!

  • Sport und Fasten: Du musst während des Fastens nicht auf Sport verzichten, aber du solltest viel währenddessen trinken, also Fasten ist keine Ausrede. 😉

  • Nachbereitung nicht vergessen: Nach dem Fasten, solltest du nicht sofort zum nächsten Burgerladen rennen, sondern langsam mit leicht verdaulichen Speisen (Suppen, Brei, „leichte Kost“) anfangen und reduziertere Mengen essen, damit deine Verdauung langsam wieder in Schwung kommt.

Fasten – Herzenshaltung

Fasten ist eine Entscheidung, die ich treffe. Sie beginnt im Kopf und im Herzen und nicht im Magen. Eine Entscheidung Gottes Angesicht zu suchen, ihn besser kennenzulernen, die Beziehung zu ihm zu stärken. Diese Entscheidung, aus einer Gott zugewandten Herzenshaltung heraus, ist der Motor für unsere Disziplin und lässt Fasten zu einer Lebenshaltung werden, die Veränderungen nach sich zieht. Denn Fasten führt uns in eine tiefe Haltung der Demut, die uns dabei hilft, unsere Haltung, Werte und Ziele zu überdenken. Mit der Konsequenz, dass wir Dinge in unserem Leben verändern und praktische Schritte des Glaubens gehen.

Fasten – und jetzt?

Jetzt ist es Zeit für dich zu entscheiden, ob du den Schritt gehst Fasten in dein Leben zu integrieren, als eine selbstverständliche Art Beziehung mit Gott zu leben und sich geistlich zu sensibilisieren.

1 Kommentar

  • Christopher Langham
    Posted 21. Januar 2026 15:41 0Likes

    I just finished reading the above and I am very grateful for this reading today. I totally am in agreement with everything and I’m just so happy that churches are talking about fasting. It’s so important thank you so much, Pastor. I love you guys and in fact I’m fasting for this upcoming Golden Globe Race as well which is man I can’t even begin to articulate what we need for this.

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