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DIE "LANGE BANK"

Kennst du das Lieblingsmöbelstück des Teufels: Es ist die “lange Bank”. Du kennst diese Redewendung: Etwas auf die lange Bank schieben. Es bedeutet, dass wir Aufgaben, die uns aus irgendeinem Grund unangenehm, gerade nicht passend oder einfach nicht wichtig sind, aufzuschieben.

Es gibt etwas, das wir Christen gerne auf die lange Bank schieben. Ein Auftrag, für dessen Nichterfüllung wir die kreativsten Ausreden ins Feld ziehen. Weißt du, welcher Schwerpunkt der ersten Gemeinde das ist? Die Evangelisation.

«Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie ein eigen wären, sondern sie hatten alles gemeinsam. Und mit großer Kraft gaben die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen.»Apg 4,32-22 (LUT21)

«Mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis….» Die erste Gemeinde war eine missionarische Gemeinde.

Es war ihnen ein großes Anliegen, dass die Menschen in ihrer Stadt, in ihrem Land und sogar auf der ganzen Welt die gute Botschaft hören: Jesus Christus ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben. Doch er ist nicht im Grab geblieben. Er hat den Tod besiegt! Er ist auferstanden. Er lebt!

Diesen Wert der Evangelisation hat Jesus bereits bei der Berufung der ersten Jünger festgelegt.

«Danach ging Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er wollte, und sie kamen zu ihm. Und er bestimmte zwölf, bei ihm zu sein und damit er sie aussende, um zu predigen, und dass sie Vollmacht hätten, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben.»
Markus 3,13-15 (LUT21)

Jesus beruft seine Jünger, damit sie bei ihm seien, und damit er sie aussende. Das ist im Wesentlichen unser Auftrag als Gemeinde. Bei Jesus zu sein, ihn anzubeten, zu seinen Füßen zu sitzen, ihn zu ehren. Und in seinem Namen hinauszugehen, seine Zeugen zu sein, die Menschen zur Umkehr zu rufen, für die Kranken zu beten, Dämonen auszutreiben.

Bist du in diesem Auftrag von Jesus unterwegs?

Wenn wir ehrlich sind, können wohl viele von uns nicht mit einem überzeugten Ja und Amen antworten.
Denn genau wie in diesen mittelalterlichen Gerichten drängen sich immer wieder andere Sachen vor diesen Auftrag. Sachen, die scheinbar für uns wichtiger oder dringender sind:

Vielleicht schwierige Umstände in unserem Leben. Stress im Beruf. Den Job verloren und schon lange keinen neuen gefunden. Mit den Eltern umgezogen und plötzlich alleine in einer neuen Klasse. Vielleicht Schicksalsschläge. Eine geliebte Person, die plötzlich krank wird und viel zu früh stirbt. Oder eine chronische Krankheit, die uns selber betrifft. Sehr oft hindert uns aber auch einfach die Ablehnung der Mitmenschen, wenn wir ihnen von Jesus erzählen. Das Augenrollen unserer Arbeitskollegen. Vielleicht sogar Freunde, die wegen unseres Glaubens nichts mehr mit uns zu tun haben wollen.

Vielleicht aber auch einfach unsere Bequemlichkeit. Es ist halt schon gemütlicher, auf dem Sofa zu sitzen und Chips zu essen als am Straßeneinsatz teilzunehmen. Und all diese Dinge drängen sich vor diesen einen großen Auftrag, den Jesus uns gegeben hat. Wir schieben diesen Auftrag immer weiter nach hinten auf dieser langen Bank. Und wir denken:

  • wenn es im Job etwas ruhiger wird,

  • wenn ich in der neuen Klasse angekommen bin…

  • wenn ich wieder gesund bin, oder wenn meine Trauerzeit vorüber ist….

  • wenn mein Arbeitskollege mal offen für den Glauben ist und mich fragt, woher ich meine unglaubliche Ausstrahlung komme…

  • wenn dann die Netflix-Serie zu Ende ist…

DANN werde ich den Menschen von Jesus erzählen. DANN kann Gott durch mich wirken.

Ganz ehrlich: Wir sind gerade hier im Westen ein bisschen zu Schönwetter-Zeugen geworden. Ist es nicht so? Wenn alles stimmt, dann werde ich ein Zeuge von Jesus sein. Die erste Gemeinde war da anders unterwegs… Diese Christen in Jerusalem waren mit ihrem Glauben alles andere als willkommen. Sie lebten in sehr herausfordernden Zeiten. Sie waren unglaublichem Gegenwind in allen Bereichen ausgesetzt – und trotzdem steht über sie: «Und mit großer Kraft gaben die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war auf ihnen allen.»

Die ersten Christen waren keine Schönwetter-Evangelisten. Sie waren Allwetter-Evangelisten.

Und genau dazu sind auch wir, im 21. Jahrhundert, berufen. Allwetter-Zeugen von Jesus zu sein. In guten wie in schlechten Zeiten mit Jesus den gekreuzigten und auferstandenen bekannt zu machen. Daran erinnern uns auch die Apostel in der Bibel. So sagt Petrus beispielsweise in 1.Petrus 3,15b:


«Seid JEDERZEIT bereit, zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft über die Hofnung fordert, die in euch ist…»

Oder auch Paulus ruft es seinem Lehrling Timoteus und somit auch uns in Erinnerung:

«Predige das Wort, tritt dafür ein, sei es zu GELEGENER Zeit oder zur Unzeit…»
2.Timotheus 2,4

Und ja, wir dürfen auch mal schwach sein. Wir dürfen auch mal kraftlos sein. Wir dürfen auch mal keinen Bock haben. Auch Paulus war schwach. Aber er hat realisiert, dass gerade die Schwachheit eine große Chance für das Evangelium ist. Denn wenn ich schwach bin, dann brauche ich Gottes Hilfe. Und wenn ich dann zur Seite trete und Gott durch mich wirken lasse, dann ist Großes möglich.

Gabriel Häsler

Predigt zum Thema

Evangelisation

Sieh dir auch die Predigt von Gabriel Häsler zum Thema an!

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